Sonntag, 14. Januar 2018

Historische Bettwäsche oder "Ein unerwartetes Kleinod in Bielefeld"

Durch meinen historischen Roman, der sich gerade in der Fertigstellung befindet, reagiere ich sensibel auf Dinge, die auf den ersten Blick eine Vergangenheit haben. So auch die "Aussteuer" meiner Mutter. Sie bat mich, sie anzusehen und da ich "Damast und Brokat" auf den originalen Verpackungen las, dachte ich mir, dass sie noch etwas Wert sein könnten und setzte sie in ein Verkaufsportal. Es meldeten sich einige Interessenten, doch sie boten wenig und meine Mutter beschwerte sich. Ich gebe zu, es ärgerte mich und ich begann im Internet zu recherchieren, was denn so etwas Wert sein könnte. Dabei stieß ich, nach unzähligen Stunden, auf das
"Museum Wäschefabrik".     www.museum-waeschefabrik.de
Also schrieb ich das Museum an, mit Fotos der Ware und bat um eine Einschätzung der Aussteuer, die vermeintlich aus der Wäschefabrik stammte. Was dann passierte, war unglaublich. Der Vorstand des Museums "Herr Uffmann" meldete sich und interessierte sich sehr für die Bettwäsche. Da er anhand der Bilder kein Urteil abgeben konnte, machten wir einen Termin für den 13.01.2018 aus und somit reisten wir mit zwei Rollkoffern voll alter Bettwäsche nach Bielefeld.

Am Tor der Fabrik gestrandet, mussten mein Mann und ich nicht lange warten, denn ein freundlicher Herr bedeutete uns, einmal um das Gebäude zu kommen. In der Annahme, dass es sich um Herrn Uffmann handelte, wurden wir enttäuscht, denn der Arme war gestürzt und lag im Krankenhaus. Doch sein Stellvertreter, ich glaube sein Name war "Rohardt", lud uns zu einer Besichtigung der ehemaligen Wäschefabrik ein, bevor er sich unsere Wäsche ansah.
Was wir dann erlebten, war unglaublich und während ich schreibe, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut:
Ein "historischer Schatz im Hinterhof und eine Zeitreise in ein Stück Bielefelder Industriekultur" (ISBN 978-3-89534-906-5) Es würde hier zu weit führen über die Geschichte zu schreiben, daher empfehle ich historisch begeisterten Menschen einen Ausflug und eine Führung mitzumachen. Es lohnt sich! Doch unsere Eindrücke möchte ich schildern und erzählen, was mit der Aussteuer meiner Mutter passierte.
Wir kamen in das Gebäude und die Zeit blieb stehen. Die Produktion wurde in den achtziger Jahren eingestellt, doch Maschinen und jegliches Inventar lag so da, als wären die Mitarbeiter zur Pause gegangen. Alles im originalen Zustand, wie ich es niemals zuvor gesehen habe.
Die Zentrale, das Chefbüro, der Nähsaal, Bügelraum, Buchhaltung, Kontenraum Besucherzimmer...alles wie es damals von den Gebrüdern "Winkel"
https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_Wäschefabrik und den Angestellten verlassen wurde. Wir waren schwer beindruckt. Herr Rohardt erklärte uns die sonderbaren, alten Nähmaschinen und Geräte und sagte, dass Vergleichbares in Deutschland nicht mehr zu finden ist. Zum Schluss ging es in das Privathaus der Winkel-Brüder, dass sich direkt neben der Fabrik befindet. Ich würde sagen, als ich im Atrium stand, wusste ich, dass hier Industrielle ihr Zuhause hatten. Über uns ein Dach aus Jugendstil-Bleiverglasung und ein großzügiges Treppenhaus, wie ich es nur aus Filmen kannte. Das Büro des Museums lag im Obergeschoss des Hauses. Dort packte ich auch endlich die Bettwäsche aus. Herr Rohardt konnte es nicht glauben: Die Bettwäsche war in einem tadellosen Zustand, nicht vergilbt o.ä. und dazu in Originalverpackung. Die Gebäude der "Viktoria Wäschefabrik" waren auf dem empfindlichen Zellophan gut zu erkennen. So etwas hatte er nicht erwartet, schon gar nicht in der Menge (ca. 30). Das Museum verfügt über keine vergleichbare Ware, die aus der Produktion von 1959/1960 stammt.
Wer jetzt fragt, was ich dafür bekommen habe, der muss sich gedulden. Der Vorstand entscheidet und der liegt erst einmal im Krankenhaus. In drei Wochen wissen wir mehr. Dann werde ich hier erneut berichten. Das Museum möchte von mir einen Bericht über die Aussteuer, die ausgestellt werden soll. Ich werde meine Mutter interviewen und wenn ich fertig bin, kann man den Bericht auch hier wiederfinden. Bis dahin bleiben wir neugierig,
Astrid Zahn

Montag, 17. Juli 2017

Etwas von Zähnen


Lange habe ich hier nichts veröffentlicht, doch mein Leben war wie immer sehr aufregend und bunt.


Ein Zahn kommt niemals allein

 


Im Babyalter ist es hart,

der erste Zahn, schmerzvoller Start.

Die Zeit vergeht, es ist so schwer,

Milchzähne werden immer mehr.

Zur Schulzeit fallen sie dann aus,

die Zweiten kommen, mit Applaus.

Sie bleiben meist sehr lang im Mund,

vorausgesetzt sie sind gesund.

Senioren können sich sehr freuen,

die Dritten sind ab jetzt die Neuen.
Zähne braucht man, um zu kauen,
auch um die Nahrung zu verdauen.
Als Zahn entdecke ich die Welt,
bis der letzte Vorhang fällt. c(az)


 

Sonntag, 25. Dezember 2016

Weihnachtsfreuden



Im Ofen ist die Gans verbrannt,
die Oma kommt schnell angerannt,
sie stolpert übers Hundilein,
und bricht sich eben ´mal das Bein.

Die Kinder finden singen peinlich,
Opa ist darin sehr kleinlich,
Vater stimmt ein Liedchen an,
obwohl er gar nicht singen kann.

Mutter tropft, der Schweiß er rinnt,
„Was ich bloß zu essen find?“
Schnell hat sie die Idee parat:
„Heut´ gibt es Wurst mit Kopfsalat.“

Die Oma mit dem Gipsfuß lacht:
„Das ist zudem noch schnell gemacht!
              Wir haben Zeit für schöne Sachen,
die wir mit den Kindern machen."

Friede herrscht, trotz kleiner Pannen,
unter unsern Weihnachtstannen.
Besinnlichkeit und Herz für alle,
wünsche ich in jedem Falle.

Lasst alles Schlechte außen vor,
dann seht ihr auch das Himmelstor.
Liebe ist das Zauberwort,
soll immer sein, an jedem Ort! ©az


















Montag, 31. Oktober 2016

Kurzkrimi zu Halloween

Der Kürbismörder


01.11.2015
Die Frau lag mit dem Gesicht auf dem Asphalt. Stücke undm Bürgersteig. Stücke, FFruchtfleisch eines Riesenkürbisses klebten in den Haaren und aus der Schädeldecke quoll Hirnmasse heraus.
Fasziniert schaute der Gerichtsmediziner Fuchs in die Luft.
„Der Täter muss das Gemüse aus dem Fenster der Kirchenfront geworfen haben. Lässt sich solch ein Fenster überhaupt öffnen?“, wandte er sich an den diensthabenden Ermittler Hase.
Links und rechts waren Bäume, daneben das Pfarrhaus. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße befanden sich Reihenhäuser. Unmöglich das Teil von dort aus zu schmeißen. „Sie sollten den Pastor fragen“, sprach er den Beamten erneut an. Keine Reaktion.
Nach ersten Erkenntnissen war die Frau um die 30 Jahre alt. Ihre Kleidung verriet, dass sie Geld hatte. In der Handtasche, die sie bei sich führte, fanden sie eine Geldbörse mit allen Papieren. „Sie lebte im Nachbardorf und ist die Frau vom Chef der Stadtklinik“, rief Fuchs dem Hasen zu. Der hatte den Pastor herausgeklingelt. „Nein, das Fenster ist über 200 Jahre alt und lässt sich nicht öffnen. Außerdem ist die Kirche außerhalb der Gottesdienste zu“, sagte er. Der Ermittler fragte nach dem Küster. „Mein Küster wohnt direkt gegenüber, er hat gestern Abend, nach dem Gottesdienst, die Kirche abgeschlossen.“
Hase wusste, dass die Halloween Nacht einiges zu bieten hatte, aber Mord? Ein Unfall war ausgeschlossen, oder? Er bat Fuchs sofort um eine Obduktion. „Tut mir leid, ich habe jetzt Dienstschluss. Die Tote läuft uns nicht weg“, sagte er überheblich. „Die nicht, aber der Mörder!“, konterte der Ermittler, mit einer Stinkwut im Bauch. Schließlich war auch er seit 17 Stunden auf den Beinen. Mit dem Gerichtsmediziner stand er seit Jahren auf Kriegsfuß. Ein arrogantes Arschloch sondergleichen.
Die Befragung durch die Häuserreihe verlief ergebnislos. Ein älteres Ehepaar erzählte, dass in der Nacht vor Halloween, ein paar Jugendliche einige Kürbisse, welche vor den Häusern zur Dekoration lagen, entwendet und mutwillig auf der Straße zerstört hätten. „Da traut man sich nicht etwas zu sagen. Heutzutage wird man von den Typen sogar zu Tode geprügelt“, ereiferten sie sich. In dem Haus, genau gegenüber der Kirche, lebte ein angehender Basketballstar. Hase überlegte, ob man vom Balkon aus den großen, schweren Kürbis werfen konnte. Er bat den jungen Mann am nächsten Tag um eine Kostprobe seines Könnens. „Das ist nicht machbar, die Entfernung ist zu groß“, erklärte dieser im Vorfeld. Er sollte Recht behalten. Die Demonstration war eine Lachnummer. Der Ermittler grämte sich. Seine Aufklärungsquote war bisher 100% gewesen. Jetzt stand er kurz vor der Rente und dann so etwas. „Der kann doch nicht vom Himmel gefallen sein“, brummte er.
Die Obduktion ergab, dass die Frau durch den Schädelbruch gestorben war. Am Kürbis und an der Leiche waren keine Spuren zu finden.
Der Mörder musste im privaten Umfeld der Frau zu suchen sein.
Der Ehemann war sichtlich mitgenommen. Seine Trauer war nicht geheuchelt. Die drei Kinder kamen nicht in Frage, das Älteste war 10 Jahre alt.
In der Verwandtschaft fand Hase ein schwarzes Schaf. Der Bruder des Chefarztes war häufiger straffällig geworden. Drogenbesitz, sexuelle Nötigung am Arbeitsplatz und Verstoß gegen das BTM-Gesetz waren an der Tagesordnung.
Der Mann hatte ein Alibi.
Akribisch durchforstete Hase weiter das Umfeld der Toten. Zeit verstrich, der Ermittler wurde in Rente geschickt und der Kürbismord blieb ungelöst.

01.11.2016 Radiosendung NRW:
„KÜRBISMÖRDER AUF FRISCHER TAT ERTAPPT!
Genau vor einem Jahr wurde die Ehefrau des Klinikchefs das Opfer eines Kürbisanschlags.
Dieses Mal wurde der Bruder des Arztes getroffen. Genauer gesagt, hat der Mörder den Mann zuvor mit der Axt erschlagen und das Gemüse dekorativ auf seinem Kopf drapiert. Währenddessen, hat ihn Kommissar a.D. Hase auf frischer Tat ertappt. Zur Erklärung:

Die Frau des Klinikchefs war die Geliebte des Mörders.
Sie hatte die Liaison beenden wollen, das hat dem Mörder nicht gefallen. Der kriminelle Schwager der Geliebten war ihm auf die Schliche gekommen und erpresste ihn damit.
Das hat dem Mörder ebenfalls nicht gefallen.
Wer ist jetzt der Kürbismörder?
Ich sage Ihnen: Gerichtsmediziner sind auch nur Menschen…

Damit hat Hase den Fuchs an Schläue übertroffen und seine 100% Quote doch noch erfüllt.
Herzlichen Glückwunsch!“ ©AZ



                                               

Dienstag, 11. Oktober 2016

UNGESCHMINKT

Ungeschminkt

Die Fassade völlig nackt,
hab´ keine Schminke drauf gemacht,
ein Pickel auch im Dunkeln strahlt,
die eitle Falte vor ihm prahlt.
Nicht ebenmäßig ist der Teint,
der Blick ist weich, zum Glück nicht streng.
Natürlichkeit ist die Devise,
Farbe, ab und an, ´ne Prise,
dann erkenn´ ich mich kaum wieder,
Verlegenheit der Augenlider.
Jeder Mensch ist sehr unique,
und ist auch ohne Schminke schick.© AZ





Dienstag, 4. Oktober 2016

HERBST

Ein Blatt schwebt lautlos durch die Luft,
ein Käuzchen aus dem Wäldchen ruft,
kalter Wind ums Häuschen weht,
der Herbst nun vor der Türe steht.

Warme Kleidung ist jetzt "in",
wandern macht uns guten Sinn,
Wetter ist kein Grund zum gammeln,
´raus mit uns zum Pilze sammeln.

Drachen steigen in die Höhe,
Kinder freuen sich wie Flöhe,
Obst und Gemüse gibt´s in Massen,
davon wir nicht die Finger lassen.

Bunt und knallig ist der Herbst,
nicht nur die Blätter du uns färbst,
das Leben sollte bunter sein,
dann werden Sorgen winzig klein. (C) AZ